Die Wichtigkeit der Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) in der Ambulanten Pflege

Die Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) ist ein zentrales Element in der Verwaltung und finanziellen Steuerung von ambulanten Pflegediensten. Obwohl diese Verordnung eine verbindliche Grundlage für die Kassenzulassung im Versorgungsvertrag darstellt, wurde sie in der Vergangenheit von vielen Pflegediensten nicht konsequent umgesetzt. Dieses Defizit kann erhebliche Auswirkungen auf Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen haben.

Zielsetzung und Bedeutung der PBV

Die PBV zielt darauf ab, ein bundesweit einheitliches Rechnungswesen in der ambulanten Pflege zu etablieren, um die Wirtschaftlichkeit der Pflegedienste transparent und vergleichbar darzustellen. Dies ist nicht nur für Wirtschaftlichkeitsprüfungen wichtig, sondern auch für die Verhandlung von Vergütungssätzen mit den Kassen. Die Verordnung erfordert die Anwendung eines speziellen Kontenrahmens in der Finanzbuchführung sowie die Durchführung und Auswertung der Kosten- und Leistungsrechnung.

Struktur der Pflegeeinrichtungen nach PBV

Die PBV berücksichtigt verschiedene Arten von Pflegeeinrichtungen: eingliedrige Einrichtungen, die ausschließlich Leistungen nach SGB XI anbieten, mehrgliedrige Einrichtungen mit verschiedenen Leistungsbereichen nach SGB XI und gemischte Einrichtungen, die sowohl

Leistungen nach SGB V als auch SGB XI erbringen. Diese Unterscheidung ist relevant für die spezifische Umsetzung der PBV-Anforderungen in den jeweiligen Einrichtungen.

Anforderungen an die Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung

In der Finanzbuchhaltung werden Betriebsausgaben den entsprechenden Kostenarten zugeordnet. Diese Zuordnung bildet die Basis für die Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung in der Kosten- und Leistungsrechnung. Dabei ist es wichtig, dass nicht jeder Aufwand aus der Finanzbuchhaltung übernommen wird, sondern nur relevante und betriebsbedingte Kosten. Zusätzlich werden kalkulatorische Kosten berücksichtigt.

Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung

Die Kostenstellenrechnung ermöglicht die Zuordnung von Kosten zu den einzelnen Leistungsbereichen einer Einrichtung. Dies erfolgt mithilfe des Betriebsabrechnungsbogens (BAB), der verschiedene Kostenaspekte abbildet, wie Kosten pro Kostenstelle und Betriebsergebnis. Die Kostenträgerrechnung dient der Ermittlung der Kosten für spezifische Pflegeleistungen, was für die Preisgestaltung und Vergütungsverhandlungen entscheidend ist.

Praktische Umsetzung und Herausforderungen

Die praktische Umsetzung der PBV in ambulanten Pflegediensten erfordert eine genaue Buchführung und Kostenrechnung. Dies beinhaltet die Trennung von Einzel- und Gemeinkosten, die korrekte Zuordnung von Kosten zu Leistungsbereichen und die Berechnung von Selbstkosten für spezifische
Pflegeleistungen. Hierbei ist es entscheidend, dass die verwendeten Schlüssel zur Kostenverteilung verursachungsgerecht sind.

Bedeutung für Vergütungsverhandlungen

Die korrekte Anwendung der PBV ist für Pflegedienste essenziell, um in Vergütungsverhandlungen mit den Kassen eine starke Position einzunehmen. Eine transparente und nachvollziehbare Darstellung der Kostenstrukturen ermöglicht eine fundierte Argumentation für angemessene Vergütungssätze.

Fazit

Die PBV stellt somit ein unverzichtbares Instrument für die effektive betriebswirtschaftliche Steuerung in der ambulanten Pflege dar. Die konsequente Anwendung und Umsetzung der PBV ermöglicht es Pflegediensten, ihre Wirtschaftlichkeit präzise zu erfassen und zu optimieren, was wiederum eine essenzielle Grundlage für erfolgreiche Vergütungsverhandlungen bildet.

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